Verwirrung in Zeiten der Mobilfunkkonzerne
Ich erzähle hier meine Erlebnisse mit der Telefónica O2 Germany GmbH & Co. OHG oder einfach besser bekannt mit o2. Angefangen hat alles damit, dass mein 2-Jahres-Vertrag mit der Telekom auslief und ich mir einen neuen Anbieter suchen durfte. So verglich ich kurzerhand im Internet einige Tarife und guckte mir den “o2 Blue 250″ mit einem Upgrade auf das Internet Pack M plus aus, der mit 250 Freiminuten in alle Netze, einer SMS-Flat in alle Netze und 1GB UMTS-Datenvolumen daherkam. Im Vergleich zu meinem alten Telekom-Tarif also quasi ein wahrer Traum der dabei auch noch günstiger war. Da ich aber lieber mit richtigen Menschen rede bin ich also kurzerhand in den o2 Laden hier in Düsseldorf und wollte mir den holen.
Das war auch alles kein Problem. Ich wurde mit Freuden empfangen. Als man mir dann einen speziellen Tarif für Selbstständige vorschlug, der die gleichen Inhalte hatte, dafür aber zusätzliche einen “Kostenairbag” bei ca. 43€ hörte sich das Ganze noch besser an. Ich würde also auch so viel telefonieren können wie ich wollte, ohne mir Gedanken über das Netz des Gesprächspartners oder die Länge der Telefonate machen zu müssen. Doch den Selbstständigen-Nachweis hatte ich natürlich nicht bei mir. “Alles kein Problem!” wurde gesagt, ich solle den Nachweis einfach mit der Post nachschicken. Bis zum Eintreffen meiner Unterlagen würde ich im Tarif telefonieren, den ich mir vorher ausgeguckt hatte (den “o2 Blue 250″) und danach würde automatisch auf den besseren Tarif umgestellt werden. Die Annahme meiner Unterlagen, die ich natürlich kurz darauf versendet hatte, wurde mir dann sogar noch mal per SMS bestätigt und das Thema war für mich gelaufen. Ich war in der festen Überzeugung, den Kostenairbag zu besitzen.
Ein paar Monate später musste ich dann feststellen, dass dem nicht so war. Hatte ich die falschen Berechnungen auf den Rechnungen der Vormonate noch nicht bemerkt, da der Unterschied nur sehr gering war (weil ich eh wenig telefoniert hatte), war die Läuterung umso krasser. Weil ich in dem Monat ein paar tausend Gesprächsminuten angesammelt hatte, belief sich meine Rechnung auf über 600 Euro. Also hieß es wieder in den o2 Laden, sich beschweren. Die gaben ihren Fehler dann auch zu und sicherten mir zu, alles wieder zu korrigieren. Sowohl die Rechnung als auch den Tarif. Ich nutzte mein Mobiltelefon also weiterhin normal.
Aber leider verweigerte es mir einige Wochen später den Dienst. Ich konnte Anrufe und SMS wie gewohnt empfangen, doch leider weder andere Personen anrufen, ihnen eine Kurzmitteilung schicken oder im Internet surfen. Da ich an dem Tag gerade nicht in Düsseldorf war sondern in Essen bin ich dort in einen o2 Laden um nachzufragen, weshalb mein Anschluss nun so halb gesperrt wurde. Der Mann schaute etwas grimmig aus aber konnte mir im Endeffekt dann doch mitteilen, dass ich wohl eine Rechnung offen hätte. Mehr könnte er nicht sagen.
Also bin ich einen Tag später wieder in meinen “Stamm”-Laden in Düsseldorf gedackelt um dort nachzufragen, die Leute kannten ja auch meine schwierige Vergangenheit. Es stellte sich heraus, dass es sich um den Restbetrag der Rechnung handelte, welche falsch berechnet wurde. Also sofort im Laden bezahlt und am nächsten Tag funktionierte mein Handy auch wieder ohne Murren. Es dauerte nicht lang bis ich wieder ins Grübeln geriet.
Die Rechnung vom nächsten Monat war höher als im neuen Tarif erwartet. Mir wurde nicht genau ersichtlich warum und da stand auch etwas von irgendwelchen Anschlussgebühren, sodass ich mir dachte: “Die hast du irgendwie übersehen, das wird schon seine Richtigkeit haben!” Doch o2 vermisste anscheinend den Dialog mit mir und schickte mir ein paar weitere Wochen später eine weitere SMS:
“Guten Tag. Wir konnten keinen Zahlungseingang feststellen. Ihr Anschluss wird morgen gesperrt. Bitte rufen Sie und dringend zurueck. Ihr o2 Team.” – Da kam natürlich wieder Freude auf. Da mit meiner Anschlusssperrung diesmal nur gedroht wurde konnte ich netterweise die Kundenhotline auch anrufen. Ich wurde sogar automatisch in die Mahn- und Inkassoabteilung umgeleitet. Dort schilderte ich der Dame mein Problem, sie wurde etwas ratlos und wollte mich in eine andere Abteilung verlegen. Ich durfte mir 10 Minuten wunderbare Entspannungsmusik anhören bis meine Verbindung just unterbrochen wurde. Also direkt noch einmal angerufen. Wieder Mahn- und Inkassoabteilung und einer anderen Dame mein Problem erläutert. Sie hörte sich sehr engagiert an und entschuldigte sich sogar für das versehentliche Auflegen beim vorigen Gespräch (von dem ich ihr in meinem leichten Frust erzählt hatte). Trotzdem musste ich in eine andere Abteilung um den genauen Grund für die SMS zu erfahren. Der Mitarbeiter, mit dem ich dann sprach war aber glücklicherweise auch ausgesprochen zuvorkommend. Wenn auch anfangs auch ratlos kam er irgendwann hinter die Wirren meines Vertrages und meiner Rechnungen. Leider habe ich die Details nicht verstanden, aber das Fazit war: Die Zahlung per Bankeinzug funktioniert ab der nächsten Rechnung wirklich(!), die Rechnung mit den vermeintlichen Anschlussgebühren war wirklich zu hoch weshalb er mir wieder 50€ runtergebucht hat.
Jetzt habe ich eine Woche Zeit diese Rechnung per Überweisung oder im Laden zu bezahlen (da der Bankeinzug wohl nicht richtig konfiguriert war) und mein Anschluss wird auch nicht gesperrt. Aber ich bin trotzdem gespannt auf die nächste Zeit. Irgendwann wird o2 wieder einsam und sie sehnen sich nach meinen Anrufen an der Kundenhotline oder Besuchen im Laden. Ich bin gespannt auf die Gründe ;-)
